Der Rational-Unified-Process entstand aus dem Unified-Process und definiert eigentlich nur ein Prozess-Framework, aus welchem für ein konkretes Projekt die gewünschten Bestandteile ausgewählt werden müssen, der Prozess muss also für das Projekt eigentlich erst erstellt werden.
Dabei kann RUP viele denkbare Prozesse abbilden, dies gilt für ein Wasserfall-Modell genauso wie für ein XP Projekt.
Tatsächlich ist es so, dass die Rational-Mitarbeiter (allen voran Philipe Kruchten als Vater des RUP) nicht müde werden, RUP als den Urvater aller agilen Prozesse darzustellen. Dagegen steht die Meinung von z.B. Barry Boehm, der in dem Buch "Balancing Agility and Discipline" RUP als einen klassischen Vertreter der schwergewichtigen Prozesse darstellt.
Die Wahrheit wird wohl auch hier, wie so häufig, irgendwo in der Mitte liegen. Meiner Meinung nach ist RUP schon noch ein Vetreter der schwergewichtigen Prozesse, kann aber durch Weglassen vieler Komponenten in Richtung agil getrimmt werden. Ein agiler RUP ist also kein Widerspruch in sich. Dazu passt auch ein Artikel aus dem Rational Kundenmagazin, der Scrum und RUP betrachtet und auf den Controlchaos Seiten zu finden ist: Rational Edge 2/2005