In hochkomplexen Situationen ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Beobachtungsfähigkeit im Lernkreislauf des steuernden Systems möglichst groß ist. Diese wird zum einen durch eine hohe Eigenkomplexität erreicht. Die Eigenkomplexität selbst und das Wissen über das zu steuernde System wird wesentlich davon beeinflusst, wie Wissen und Abstimmungen kommuniziert werden.
In nicht komplexen Situationen, wo man von vollständigem Wissen ausgehen kann, hat sich über Jahrhundere die Buchform als Transportmedium von Wissen bewährt. In dieser Tradition stehen auch heute Dokumentationsformen wie Fachkonzeptionen und IT-Konzeptionen, die einen fertigen Bucheindruck vermitteln und vorgeben, ein System vollständig zu beschreiben.
In hochkomplexen Situationen bieten sich aber Dokumentationsformen an, die fragmentiert sind und von der Prämisse der Nichtvollständigkeit ausgehen. Diese sind in vielen Fällen flexibler und erlauben eine schnellere Anpassung und Überprüfbarkeit im Sinne des Lernkreislaufes. Zu diesen Kommunikationsformen zählen:
- Direkte Kommunikation (im Team, Workshops, Pair-Programming)
- Dokumentation direkt an den beschriebenen Systemen (z.B. Dokumentation am Sourcecode)
- Kommunikation durch Hypertextsysteme (Bsp: Internet, zur Dokumentation können Wikis zum Einsatz kommen)
Die Dokumentation von komplexen Systemen und die Kommunikation über komplexe Systeme wird selbst wieder komplex sein (aus unterschiedlichen Teilen bestehen, die unterschiedliche Beziehungen untereinander haben, diese werden sich mit dem beschriebenen System ständig wandeln). Von entscheidender Bedeutung ist es, durch Übersichten die Eigenkomplexität des kommunizierten Wissens zu bewältigen. Hier helfen Techniken wie Mindmaps und Topic Maps.