Begreift man z.B. ein System (z.B. ein Projektteam) als autonome Einheit und wirkt als Steuernder nur indirekt auf das System ein (z.B. als Manager), so überlässt man dem System die Möglichkeit zur Selbststeuerung. Dabei findet von außen keine Einwirkung auf die Systemteile und auf die Beziehungen zwischen den Teilen statt. Die kontingenten Möglichkeiten des Systems werden nicht beschränkt. Seine Steuerung erfolgt durch eine Zielvorgabe, das System wird mit seiner Umwelt strukturell gekoppelt. Das selbstgesteuerte System unterhält nur noch definierte Rückkopplungen mit seiner Umwelt.
Bsp.: Einem Projektteam macht man zur Zielvorgabe, die Qualität im Projekt deutlich zu erhöhen. Die Maßnahmen überlässt man ebenso dem Team wie die Art und Weise, wie man den Qualitätssprung transparent machen will.
Vorteile
- Das steuernde System kommt mit deutlich weniger Eigenkomplexität aus, weil es nur noch eine transparente Schnittstelle beobachten muss.
- Selbstgesteuerte Systeme entwickeln die Möglichkeit zur Emergenz. Es entstehen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die nicht aus der Summe der Teile, aus denen das System besteht, erklärt werden können.
Nachteil
- Das selbstgesteuerte System kann sich in eine Richtung bewegen, die nicht im Sinne des steuernden Systems ist. Um dies zu verhindern, müssen geeignete transparente Schnittstellen vereinbart werden, die das System ausreichend beobachtbar machen. Diese Schnittstellen können wiederum nicht statisch sein, sondern werden sich der Entwicklung der Systeme anpassen müssen.
Um die Möglichkeiten zur Selbststeuerung zu erhalten, müssen Systeme gegenüber ihrer Umwelt für Transparenz sorgen. Geschieht dies nicht, so ist ein Eingriff in das System von außen vorprogrammiert. Zahlreiche Beispiele aus Projekten lehren uns dies.
Überlässt man einem System die Möglichkeit zur Selbststeuerung und besteht eine geeignete Rückkopplung zu seiner Umwelt, so besteht die Möglichkeit, das emergente Phänomene auftreten.